Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

TYPICVS

Mit einem schönen Blick auf Küste, Strand und die Insel Elba erreichen wir die Provinz Campiglia Marittama, Badeurlaub für alle! In dieser Region werden vermehrt Fundstücke der Etrusker geborgen. Sanft landet Mr Winterbottom die Maschine auf dem blauen Wasser im Hafen von Piombino mit seinen rund 40 Schiffen. Nachdem wir an Land sind mache ich vom Pier aus eine Skizze von beiden (Wasser-)Flugzeugen. In der Hafenmeisterei ergibt sich dank Bruno der Zufall des Monats: Für wenig Geld zwei überdachte Liegeplätze für die Flugzeuge im Trockendock.

Die Fahrt zum Landhaus (Casa) nahe Populonia (etruskisch Pupluna) tätigen wir mit Franco und seinem futuristischen Bus; das Design, ein Flugzeug ohne Flügel. Ich schreibe mir die Modell-Nummer auf.

Angekommen im Landhaus begrüßt uns ein herzlicher Mann, Ugolino della Gherardesca, der Großonkel von Mrs di Fiona. Es folgt etwas typisch Italienisches – Eine halbe Stunde stürmisches Wiedersehen, Küsschen hier und da, eine Horde Kinder um mich herum und alle wollen mit Indy und Tamino spielen. Schliesslich klatscht die Tante laut in die Hände und am Mittagstisch geht zur Pizza das Gewusel weiter.

Bei Espresso und Grappa erzählt uns Mr Gherardesca von dem ’Falum votumlae’, dem größten Heiligtum der Etrusker. Mr Gherardesca selbst ist eher ein Mäzeen, seine Forschung macht er nicht für Ruhm und Ehre und wird für seien Forschung zuweilen auch belächelt. Für ihn geht es primär um ‘die Aufdeckung von Geschichte’ und der Ergründung seiner eigenen Wurzeln. Der Mann ist mir sofort sympathisch.

Meine Taschenuhr zeigt sechzehn Uhr als wir auf dem Fiera (Jahrmarkt) eintreffen. Für fünf Lire werfe ich an einer Bude drei Messer, lande einen Treffer und gewinne einen Flasche roten Rotwein. Wir köpfen sie und stoßen an – Von der Qualität her würde ich sagen ‘Kategorie Landwein’.

Einige Attraktionen weiter (Kettenkarussel, Schiffsschaukel, Turmspringen sind nichts für mich) gibt uns die Wahrsagerin Madame Empousa nach und nach Ratschläge. Als ich ihr Zelt betrete sehe ich das erste Wunder: Es erscheint mir drei mal größer als von außen. Das nächste Wunder: Sie scheint die Hexe aus dem Traumland zu sein! Sie rät mir auf meinem Weg zu bleiben. Dann habe ich eine Vision und sehe ein unwirkliches Tor in einem Wald. ‘An diesem Ort wird demnächst etwas wunderbares geschehen.’ sind Mrs Empousas Worte dazu. Anschliessend darf ich mir einen Talisman aussuchen und die Sitzung ist beendet.

Vor dem Zelt beratschlagen wir uns. Alle hatten Visionen mit zum Teil verschiedenem Inhalt und jeder von uns hat seinen persönlichen Talisman erhalten.

Henrys persönlicher Talisman von Mrs Empousa

Kurz halten wir noch an einem Kräuterstand dann machen wir uns zu Fuß auf den Heimweg. Lord Carnarvon kommt nicht mit uns, er möchte unbedingt den Bus fliegen fahren. Ein ordentlicher Spaziergang fördert die Gesundheit und auf der Zielgraden schnüffeln Tamino und Indy an jedem Baum und Stein. Als die Sonne untergeht, erblicken wir den auffälligen Baum aus der Vision von Mr Okumura. Wir gehen hin, aber aus unerklärlichen Gründen ist er unereichbar. Zunächst nehmen wir diese Tatsache hin und folgen weiter dem Weg zum Landhaus.


Als es vollends dunkel wird bleibt Mr Winterbottom plötzlich stehen. Alle sehen das Tor aus meiner Vision und gehen ohne Furcht darauf zu. Es öffnet sich, dahinter ein Gang aus Licht. Nach einem kleinen Durchgang gelangen wir in eine Höhle und, oh Wunder, der Himmel strahlend blau, fluffige Wolken ziehen vorrüber. Unter Leitung von Mr Winterbottom untersuchen wir das Gangsystem. Unter dem Wasserfall hindurch, geradeaus, nach oben, links, dann ist kriechen angesagt. Mr Winterbtotom kriecht vor, plötzlich geht es bergab und er fällt hinab. Wir schnell hinterher, zum Glück ist ihm nichts ernsthaftes passiert. Wir befinden uns in einer Höhle mit einem vier Meter tiefen Loch im Boden. Es steht die beliebte Frage im Raum: ‘Was wollen wir hier eigentlich?’
…und gehen trotzdem weiter. Nach einer weiteren Höhle geht es nach links, vom ‘Schlauch nach oben rein’, ein ähnliches Gangsystem wie unter dem Weinkeller in Marigny, denke ich mir so.
Nun kommen wir in einen Bereich wo der Fels behauen Ist. Mr Winterbottom führt uns nach rechts in einen Gang der 2.20 Meter hoch und 2 Meter breit ist. Dieser mündet in einen weiteren Raum und wir gehen geradeaus. Links eine Treppe, der wir nach unten folgen. Wir erreichen einen runden Raum mit komplexen Strukturen und ohne sichtbaren Ausgang. Einige Findlinge liegen herum. Dann entdecken wir den sieben Meter hohen Schacht und erreichen durch diesen den darüber liegenden Raum. Öffnen wir hier das Türchen? Dank Physik schaffen wir es zu dritt.
Unerwartet taucht in diesem Moment Lord Carnarvon auf. Er erzählt uns das der Bus liegengeblieben wäre und er sich daraufhin auch zu Fuß auf den Weg gemacht hat. Dann hat auch er das Tor gesehen und es betreten. Zu überhören waren wir wohl auch nicht. Es öffnet sich die entscheidende Tür. Wir überbrücken ein Loch und klettern an einer Leiter in die Tiefe. Sehr tief. Mr Winterbottom geht als erster und berichtet uns das es unten bis auf eine weitere Tür nicht weitergehe. Klingt doch lustig. Hinter der nun hoffentlich endlich alles entscheidenden Tür ist ein Raum mit vier Säulen deren Kapitell-Ausführung mich stutzen läßt – Sind die etwa etruskischen Ursprungs?

Ich spüre ein Kribbeln im Kopf dann ist der Raum von Licht durchflutet, die Säulen verwandeln sich in Amazonen die sich schattenhaft im Raum bewegen. Ich selbst stehe wie in der Zeit still und erstarrt. Dann sprechen die Wesen zu uns: ‘Am falschen Ort, zur falschen Zeit, und ohne Siegel!’ – Na das ist ja wohl eindeutig. Die Säulen werden wieder zu Säulen und die Körperstarre entfleucht.

Wir suchen den Ausstieg. Dies gestaltet sich übersichtlich. Den Steinhebel im nächsten Raum betätigen wir (noch) nicht uns so folge ich dem Team und es gibt jetzt nicht wirklich etwas Überraschendes bis wir eine Treppe nach oben nehmen, nahe dem Landhaus, an einem Holzblock in Form eines Wildschweines herauskommen. Auch erscheinen wir pünktlich zum Essen (Cecilias Minestrone, Ruccola, Tiramisu), so als ob wir nie weggewesen sind. Was für ein wunderbarer Zufall!

(Cliffhanger 7.9.)