Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

* Rennfahrt nach Cinderford

Nach der morgendlichen Runde mit den Hunden sitzen wir nahezu komplett am Tisch & tauschen uns rege aus. Es gibt Hasenragout & Fasanpastete, was allen sehr mundet. Der Lord genießt die Runde & tankt langsam wieder auf.

Sanjuro fehlt erneut, ob er schläft oder okkult ghoulischen Interessen nachgeht, ist unbekannt. Später werde ich nach ihm schauen. Dann erscheint der Butler Charles mit einem Tablet samt Brief herein & reicht diesen dem Lord.

Die Runde verstummt & wir sehen einen erstickten chloersichen Anfall, der in ein Huststakkato endet. „Ja, wer bin ich denn, der Babysitter von allen?“ Wild hustend & geschwächt wird seine Lordschaft zu Bette geleitet von Almina.

Ohne viel Worte ergreifen wir den Brief & lesen ihn sogleich. Lord Jacob Salthurst höchstpersönlich bittet Hilfe für seinen Sohn. Welche eine Dramatik, doch auch ich bin derzeit in Mußestimmung. Carla di Fiona erkundigt sich bei Lady Alima nach mehr Details.

Er scheint recht wohlhabend zu sein, doch er behandelt seine Angestellten gut & fair. Er wurde nach dem großen Krieg geadelt. Ich bin weiterhin ein wenig skeptisch. Meine Gefährten, allen voran Carla di Fiona, scheinen Feuer gefangen zu haben. Sie befragen Lady Almina ausgiebig über den potentiellen Auftraggeber. Ich erblicke den Wagen, der mir dafür erhalte & es hat mich gepackt – ja ich bin neu verliebt.

Wir einigen uns schnell, der Lordschaft unsere Dienste anzubieten, doch Carla di Fiona & ich bestehen auf ein Empfehlungsschreiben, die uns der Lord stirnrunzelnd ausstellt. Ich mache mich fahrbereit, Handschuhe & Rennbrille sowie Lederhut sind mit von der Partie. Carla will ein Wettrennen, was ich mit Freude annehme, die Frau hat Stil.

Carla nimmt meinen Silver Ghost & ich fahre das Torpedo. Der Name ist Programm, böse & kraftvoll röhrt der Motor tiefstimmig. Ich drücke auf Pedal & muss grinsen bei dem Schub, der mich & meine Mitfahrer samt Tamino aufschreckend & machtlos in die Sitze drückt. Doch Carla läßt sich nicht so schnell abhängen & wir liefern uns bis Cinderford ein knappes Rennen, das ich jedoch für mich entscheiden kann.

In der Ortschaft fahren wir gemäßigt & halten vor dem Anwesen. Salthurst Residence erinnert uns an ein Krankenhaus, schlicht aber stark

Salthurst Residence

Wir melden uns bei der Magd an & sie verweißt uns in einen Warteraum. Nach wenigen Minuten erscheint Lord Jacob Sandhurst & ich übergreiche ihm zu Begrüßung das Schreiben mit der Entschuldigung des Lords wegen der angeschlagenen Gesundheit. Er freut sich über unsere Anwesenheit & erzählt uns von seinen Sorgen.

Sein Sohn Liam ist verschwunden, zusammen mit seiner Geliebten Agatha. Sie ist eine junge Frau, die aus dem Goatswood entstammt – bei diesem Ortschaft werde ich hellwach. Meine Gefährten nicken mir wissend zu, doch der Lord fährt fort. „Das Paar hat viele Differenzen gehabt, oft gab es Streit. Doch in der vergangenden Woche war sein Sohn wie ausgewechselt gewesen.

Er war fröhlich & die Streitigkeiten waren beiseite gelegt. Zudem schien er an Etwas zu arbeiten, eine Art Projekt der schönen Dinge, welches er mit Inbrunst nachging. Auch Agatha war zufrieden über die Entwicklung. Am letzten Abend zog sich das Paar auf ihre Gemächer zurück & verschwanden spurlos.“

Auf die Frage, wie die beiden sich kennengelernt haben, antwortet der sichtlich geschaffte Lord „Auf den zahlreichen Wanderungen, die sein Sohn durch den Goatswood gemacht habe. Ihr voller Name lautet Agatha Stone. Sie war mir immer höflich & freundlich, sie ist mir niemals negativ aufgefallen. Zudem war sie äußerst hübsch.“

Wir wollen die Zimmer der beiden auf Hinweise untersuchen. Die Magd führt uns in ein angenehmes, warmes Zimmer. Das Bett ist unbenutzt, die Magd habe nichts verändert. Die Kleidung ist vorhanden, also keine Abreise. Über dem Bett hängt ein gewöhnlicher Blumenstrauß. Ganz normale Feld- & Wiesenblumen urteilen wir nach erster Begutachtung. Nun suchen alle routiniert das Zimmer ab & finden ein Geheimfach mit einem Tagebuch.

Weiter lesen wir, wie er seine Agatha angehimmelt hat. Zudem wirke sie gehetzt & paranoid, sie hatte Befürchtungen verfolgt zu werden. Wir gehen nun zu Agathas Zimmer. Es ist eher schlicht & natürlich, eher wie ein Gästezimmer. Ich finde einen Zettel & lese ihn voll Neugier

… ich erstarre … reiche den Zettel zu meinen Gefährten. Dies wird kein gutes Ende nehmen, wird mir gerade klar. Meine Freunde haben ähnliche Befürchtungen. Ich stecke einige benutze Kleidungsstücke ein, um Tamino auf die Fährte zu setzen.

Mitten in den beginnenden, für die Magd verstörende Diskussion klingelt es durchdringend an der Tür & Scotland Yard erstattet Lord Salthurst einen Überraschungsbesuch. Wir wohnen dem Gespräch bei & erfahren, daß Agatha Stone aufgegriffen wurde & ins Krankenhaus eingeliefert. Sie ist stark verwirrt. Sie wurde am Woorgreen Lake, 3.5 Meilen östlich von unserer Position, herumirrend aufgefunden.

Wir fahren sogleich ins Krankenhaus & besuchen Agatha auf ihrem Zimmer. Sie hat totale Amnesie & spricht wirre Worte. Körperlich geht es ihr gut, sie weist keinerlei Verletzungen auf. Sie hatte lediglich ein gelbes Kleid getragen, welches zerrissen war. Sie wurde von Spaziergängern gefunden, die Namen sind der Polizei bekannt. Der Arzt spricht noch von einem gewissen Ruf, den Frau Stone in der Stadt habe, doch Genaueres will er nicht verlauten lassen. Wir verlassen das Krankenhaus & beschließen, eine Kneipe für weiter Gerüchte zu besuchen.

Das „Black Severn“ ist die richtige für uns. Ranzige, nach Schweiß riechende Luft schlägt uns entgegen. Wir setzen uns & ich höre dem Nachbartisch zu. Offenbar einige Arbeiter. Ich gebe eine Runde aus & komme über Abbaumethoden von Kohlen mit ihnen ins Gespräch. Nach der dritten Runde erzählen sie uns, dass Frau Stone merkwürdig, gar böse sein solle, der Sohn hat sich radikal verändert nach der Liason. Sie sprechen von Spuk hinter jedem Baum. Es passieren merkwürdige Dinge seit ihrer Ankunft. Zudem hatte sie mehrere Fehlgeburten mit missgestalteten Babys.

Nächste Station (4:30 pm) Woorgreen Lake.
Einige Meilen müssen wir zu Fuß gehen, was Tamino sehr freut. Auch Indy hebt oft das Beinchen. Mein Gewehr ist geladen & entsichert. Seit der Notiz bin ich nervös & schaue häufiger zum Himmel. Wir erreichen den See & mir fällt sofort ein Leuchten aus dem Tiefen auf. Die Nackenhaare stehen…

Über dem See liegt eine unheimliche Stille, die Geräusche klingen hier anders.
„Ganz eindeutig Mythos-Aktivität“ sagt mein Instinkt.
Die Hunde haben eine Spur & wir folgen ihnen mit Schutzroben, Amuletten & Gewehren. Wir finden 3 tote Hirsche, im Dreieck angeordnet. Alle stehen ratlos davor, doch ich weiß bereits, es ist das Gelbe Zeichen!

Am Rande unserer Wahrnehmung dringt ein metallisches Hämmern, dem wir uns nun nähern. Wir sehen einen Mann, der verzweifelt mit einem Hammer auf ein großes Rohr einhämmert & dabei flucht. Er stellt sich als Ian McKelly vor, der hier das reparieren soll. Die Anlage ist letzte Nacht ausgefallen & die Pumpe ist verstopft Brettern & Schlamm. „Teufel noch eins, was war hier heute Nacht los?“ fragt er sich. „Hat hier ein Sturm getobt?“

Wir umrunden den See, entdecken eine Insel. Dann einige gelbe Stoffetzen, doch keine klare Spur. Die Hunde sind erstaunlich ruhig, ja bedrückt. Dann entdecke ich einen Arm, der aus dem See ragt & sich an einer Astgabelung verfangen hat. Mit einiger Vorsicht & Mühe holen wir den Leichnam aus dem Wasser ans Ufer.

Der letzte Ruck , um ihn ganz ins Trockene hieven sollte, war zu stark & die Bauchdecke reißt wild spritzend auf, bedeckt mich mit halb verrotteten Innereien. Die Anderen wenden sich angewidert ab. Mit ganzer Willenskraft bezwinge ich den Brechreiz & reinige mich mit Gin & Wasser aus dem Schlauch. Dann wende mich der Leiche zu. Endlich eine Spur!

Sanjuro entdeckt am Finger des Toten einen Ring mit den Initialen LS. Liam Salthurst. Aus den Augenwinkel sehe ich wie mein japanischer Freund den Finger in den Mund schiebt. Ich merke es mir für später. Dies ist die perfekte Gelegenheit, einen neuen Zauber „Befrage Geist“ aus dem Grimoire De Vermiis Mysteriis auszuprobieren.

Nach kurzer Beratung stimmen meine Freunde freudig ein & sammeln Fragen. Tamino besorgt eine kleine Ratte, die reicht, um frisches Blut über den Leichnam zu vertropfen. Ich konzentriere mich, zeichne das Voorische Zeichen vorweg, um den Zauber zu verstärken und spreche die Formel „Rufe Geist“ nieder, wiederhole es immer leiser werdend, bis die ätherische Gestalt über dem Leichnam vollends sichtbar wird. Ich frage den Geist, der widerwillig wieder hier ist

Ist das hier die Wilde Jagd?
  • Bist Du Liam Salthurst?
    Ja
  • Hat Hastur deinen Tod zu verantworten?
    Nein
  • Hat Agatha deinen Tod zu verantworten?
    Nein
  • Hast Du an einem Ritual teilgenommen oder vollzogen?
    Nein
  • Ist in dem See etwas Böses?
    Nein
  • Hat der gelbliche Schimmer etwas mit Agatha zu tun?
    Ja

Wir beenden das Ritual & sind insgesamt sehr niedergeschlagen. Wir rufen & warten auf die Polizei, die alles weitere übernimmt, wir beantworten alle Fragen. Die Beamten wollen alle Innereien & Organfetzen von mir nehmen, es dauert alles… wir sind geschafft.

Wir fahren in unsere Unterkunft & ich mache mich frisch für einen schweren Gang. Auch meine Freunde sind bedrückt, schweigend fahren wir zu Lord Salthurst. Er nimmt die traurige Nachricht schlecht auf & kollabiert vor unseren Augen. Dr. Stonebody wird gerufen & wir werden hinaus geleitet. Ohne viele Worte ziehen wir uns auf unsere Zimmer zurück.