Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

* Fesselspiele

Mit einem heftigen Tinnitus erwache ich, doch meine Stimmung ist super. Ich fühle ein Kribbeln in den Finger, die Lust zum Zaubern liegt in der Luft. Dieser Weinkeller weckt neue Möglichkeiten in mir.

Ich schüttel mich wach, gehe meiner Morgenroutine nach & merke, die Schreie der Alraune scheinen mich jetzt noch zu bedrängen. Beim ersten Ausgang mit Tamino spüre ich ich starke Benommenheit. Vielleicht war es wirklich keine gute Idee…

Als Letzter erscheine ich beim Brunch, meine Freunde sind bereits beim Kuchen angelangt. Sie sprechen über die Bindung der Münze, der Nutzer muß sich mit einer Herzensangelegenheit dem Artifakt öffnen. Ich überlege kurz, dann geht es mir klar auf. In einer Sofaecke öffne ich den Beutel, lege die Münze auf die Hand & zeige Ihr mein geschändetes Antlitz, mit dem Wunsch nach Heilung, vielleicht sogar Austreibung.

Die Münze wird ganz warm, wie auch ein Schauer mich durchfährt, Tränen kullern über meine Narben. Die Münze wird warm & mir ist, als ob dieses Ding meine Sehnsucht nach Heilung aufzusaugen, gar zu verstehen wie eine verständnisvolle Mutter. Nach einer Weile entspanne ich mich & stecke verstohlen die Münze weg. Aus irgendeinem Grund will ich niemanden mehr zeigen, diese nun wertvolle Münze…

Bilder & verblasste Erinnerungen durchströmen mich, die Zeit mit Cassilda blitz auf, jedoch nur fragmentarisch. Verwirrung…ich frage mich ernsthaft:
„Wurde ich verzaubert? Sind meine Erinnerungen intakt oder wurde da rumgefuscht?“
Mir wird nun immer klarer, warum mein Unterbewusstsein, wie auch immer es funktioniert, das Warnschild unten im Weinkeller aktiviert hat, damit alle Anwesenden die kommende Gefahr sehen. Wir haben noch eine große Aufgabe vor uns & wir müssen uns wappnen. Ich teile meinen Freunden mit, wie ich nun nach der erneuten Reflektion denke, kläre, was Buers sind, das sie wahrscheinlich uns freundlich gesonnen sind & die erwähnten Ulms eine andere Mythosrasse sind. Die Anwesenden nehmen meine neuen Gedanken nachdenklich auf, jedoch bringt es keine entgültige Klarheit, was zu tun ist. Wir müssen nochmals in den Keller.

Der Lord & Henry sowie ich wollen in die nahegelegene Stadt fahren, wo ich „schlabbersichere Kleidung“ kaufen will & meine Freunde ein altes Buch erstehen möchten. Die Fahrt verläuft problemlos. Als erstes Ziel visieren wir den Buchladen an. Leider haben wir zunächst keinen Erfolg, doch in der zweiten Handlung finden wir zumindestens einen Stich von einem Buer, wie er auf der Rückseite der Tür zu sehen ist. Als letzte Station kaufen wir Regenkleidung, die den ganzen Körper eindeckt. Kombiniert mit meiner Maske sollte ich sicher vor Ausscheidungen jeglicher Art sein, Gifte aerosoler Natur ausgenommen.

Zurück im Chat Noir geht Henry erneut zum Telefon & kontaktiert weitere Buchhändler in der Hoffnung, weiterer seiner Ideen tragen bald Früchte. Für einen kurzen Moment bewundere ich seine Hartnäckigkeit.

Ich geselle mich zum Lord, der eifrig das Buch studiert. Zu viert hocken wir vor dem alten Schinken, lesen wir:

Buers aren´t Ulms
Stich von einem Buer

Der Buer ist ein Geist, wie er in der Pseudomonarchia Daemonum genannt wird, einem Grimoire des 16. Jahrhunderts. Dort wird er als „Großer Vorsitzender der Hölle“ (Præses magnus) bezeichnet, zugleich ist er der „Oberbefehlshaber von fünfzig Legionen von Dämonen“ (Quinquaginta legionum habet imperium). Er soll erscheinen, wenn die Sonne im Schützen steht. Buer lehrt natürliche und Moralphilosophie, Logik sowie die Wirkungen von Kräutern und Pflanzen. Er heilt außerdem alle Gebrechen, insbesondere die von Männern, und stellt gute Schutzgeister zur Verfügung. Er wurde als ein Wesen in Gestalt des Schützen des Tierkreises beschrieben, welcher einen Kentaur mit Pfeil und Bogen darstellt. Zusätzlich entwarf Louis Breton eine Darstellung von Buer, die später von M. Jarrault graviert wurde, die ihn mit Löwenkopf sowie fünf Ziegenbeinen zeigt, die seinen Körper umringen und es ihm ermöglichen, in jede Richtung zu laufen.

Symbol eines Buer

Die Hunde drängen & wir vertreten uns die Beine. Ich probiere eine Schleppleine aus, um mehr Spiel zwischen Tamino & mir zu bringen. So gewöhnt er sich die richtige Distanz von 20 Yards an. Doch mein vierbeiniger Gefährte hat ein anderes Spiel um Sinn. Laut bellend umrast er mich & fesselt mich komplett. Meine Freunde befreien mich lachend. Leicht beschämt kehre ich zum Essen ins Chat Noir.

Es gibt Bouillabaisse & wir lassen schwatzend den Abend ausklingen. Ich versuche zu träumen…