Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

Deep Staircases

March 25 1921 Friday Highclere Castle Aerodrome 10:12
Take Off to Caen…

12:42 Arriving at Marigny
Auf dem Hügel über Carlas unterirdischem Weinkeller ist ein unsichtbarer Klotz, wie abgestürzt, eingeschlagen. Deswegen war die Tür verklemmt und es wurde durch einen Putzsturz eine bisher unbekannte Wand im Keller freigelegt. Das unsichtbare Objekt wurde schon vom Hügel auf das Feld heruntergezogen. Dafür musste Mycroft die Martynside als Traktor einsetzen. Der Klotz wiegt Tonnen und ist 3 x 3 x 4 Meter groß.

Mary-Ann soll ihren Pilzlack anmixen, um das Objekt sichtbar zu machen. Carla zeigt uns das Astloch in der freigelegten Wand im Weinkeller. Nur anderthalb Meter dahinter ist ein voll bestücktes Probenlabor zu sehen:
Ein Schrank mit Ampullen und Dokumenten.

„Ein Archiv!“ fasst Mary-Ann freudig erregt zusammen.

5pm Mary-Ann beginnt die Kanten des Quaders zu bemalen…
Die Wand zum Archiv im Weinkeller wird durchbrochen und Carla lässt es sich natürlich nicht nehmen, als erste hindurch zu kriechen. Nach und nach verschwinden alle durch das Loch…

Mich zieht es dort nicht hinein…

Ich gehe lieber an die frische Luft zu Mary-Ann, um ihr zu helfen den Block zu intransparentieren. Die Farbe reicht nur für die Kanten, doch dies reicht um zu erkennen, dass er monolithisch glatt ohne Wölbung gestaltet ist und auch über keine Inschriften oder Öffnungen verfügt.

Ich gehe wieder hinunter in den Keller. Hier herrscht geschäftiges Treiben hinter dem Kriechloch: Eine Treppe haben sie entdeckt, die hinab führt. Carla sei wohl schon auf dem Weg nach unten…

Ich schaue mir zum ersten Mal den Schrank genauer an: Bücher, Pergamente Herbalien, keine Flüssigkeiten. Ich höre laute Stimmen irgendwo unter mir, aber ich kann nichts verstehen. Mycroft, oben an der Treppe, und Carla stehen im lautstarken Austausch miteinander…

Den Inhalt des Archivschranks sichern wir in Kisten und bergen sie. Ich bringe eine davon ins Haus und schaue die Medien durch: Sie sind 600 Jahre alt! Leider sind die Pergamente ihres Alters wegen zu empfindlich, um sie aufrollen zu können…

Carla ist weiter auf dem Weg in die Tiefe

Soll sie hinab rennen..sollen sie doch alle rennen…

Diese Abstiege sind für mich nur noch Abstürze in das immer gleiche unendliche Loch der unerträglichen Erkenntnis, dass unsere so entwickelte und fortgeschrittene Zivilisation auf diesem Planeten nur eine kleine Haut über dem immerwährenden Treiben Älterer Mächte unter uns ist.

Unsere Neugier ist der Garant für ihre immer wieder neu entstehenden Chancen, Macht zu gewinnen, um sie gegen Ihresgleichen einzusetzen.
Unsere Erde ist nur ihr Schauplatz, unsere Existenz unwichtig…

Eine Lächerlichkeit für die Creaturen, denen wir so ungewollt hingebungsvoll mit unserer Eitelkeit dienen…

Wie lange muss ich noch darauf warten, dass der Spiegel, auf dem sie tanzen, unter ihnen zerbirst…?..??.?

Gin´O`Clock Time!
Ich sitze allein mit Cook in Carlas Wintergarten bei einem Glas Gin und erwarte das Auftauchen der Höhlenforscher…
Plötzlich von der Neugier gepackt, stöbere ich in den Kisten mit den geborgenen Unterlagen und versuche mir einen Überblick zu verschaffen…

Als erstes fällt mir eine Karte von 1642 aus der Region in die Hände. Ich kann Marigny, damals noch Magny, auf ihr verorten…

Ich blättere einige Bücher durch:

Liber Apollonius
Liber Albertus Magnus
Liber Legemeton
Grimoire Picatrix

…lese etwas über Okzitanien, die Gründung eines Prioriats im Massif du Canigou, ca. 40 km südwestlich von Perpignan, im Jahre 1080 und den Namen der Prieuré de Serrabone, La Grande Maitresse, auch Marie de Saint Claire genannt…
Diese französischen Probsteien übernahmen die Unterhaltung diplomatischer Beziehungen in ganz Europa, während die Templer das Schwert, die Exekutive, führten…

Ein Pergament des Chronisten Agnolo di Tura, wohl um 1350 in Siena, Toskana, entstanden, erzählt vom Tod durch die Pest in Europa und listet Pestepidemien in Europa auf…: „So viele sterben, alle glauben, das Ende der Welt sei gekommen!“

On an extremely carefully enrolled parchment, I find a disturbing quotation:

Tibi, magnum innominandum,
Dir, großer Nichtzunennender,
signa stellarum nigarum et bufoniforum
das Zeichen der schwarzen Sterne und Kröten
sadoque sigilum
und das „sado?“ Siegel

Welches Zeichen wird hier dem König in Gelb gewidmet?

Während und nach dem Abendessen tauschen wir uns aus und updaten uns. Dort unten gibt es ein in die Tiefe hinabführendes Höhlensystem, Wasserrauschen ist zu hören. Sie sind bis in eine Höhle hinab gestiegen, in der sie Fußspuren mit weit gespreizten Zehen der Größe 52, frisch, nicht mehr als eine Stunde alt, auf dem feuchten glitschigen Untergrund fanden…

Wir planen den morgigen Abstieg in das Höhlensystem und notieren, was wir morgen mit herunter nehmen wollen…

Carla will unbedingt auch noch mal in die Kisten schauen, und so schließen sich auch die anderen an:
Sie findet den Malleas Maleficarum – Hexenhammer – von 1487, verfasst von dem Dominikaner und Inquisitor Heinrich Inzitoris Kramer, der das Quälwerk ein Jahr nachdem Papst Innocenz den Hexenglauben anerkannte, fertig stellte.
Mycroft entrollt vorsichtig ein Pergament von Thomas von Aquitanien (Thomae Aquinatis). Es enthält eine Liste von Zauberglauben und Schadzauber, sowie Pakte mit dem Teufel…

Dieses Archiv umfasst Unterlagen aus mehreren Jahrhunderten:
Eine Jahrhundertbibliothek!!!

11pm Wir unternehmen einen nächtlichen Spaziergang mit unseren Hunden zum benachbarten Hügelgrab. Wir hoffen dort neue Erkenntnisse zu entdecken, aber es ist nichts zu finden in der geplünderten Grube…

Schweigend, wie ein leerer Aknekrater, schaut er in die Nacht hinein…

Mycraft und Sanjuro halten Wache im Weinkeller, falls diese großfüßigen Höhlenwesen noch heute Nacht einen Ausflug auf die Erdoberfläche wagen sollten…