Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

Château Mirastel

Das Gebäude wurde zur Zeit Ludwigs des XIII erbaut und ist leicht an seinen vier runden, verschieden hohen Ecktürmen zu erkennen. Einer der Türme wurde von seinem späteren Besitzer zur Sternwarte ausgebaut. Zu dem Anwesen gehört ein Bewirtschaftungshof mit Reitstall, Schmiede, Scheune, Weinpresse sowie zwei kleine einstöckige Wohnhäuser. Ferner gibt es einen Rosengarten, einen Gemüsegarten und private Weinfelder am nahen Hang.

Wie geht es zu, daß das Kastell in der Blüte seiner Jugend von Richelieus Haß so ganz und gar verschont geblieben ist? 

Wieso ist es nicht länger eine Ruine wie so viele andere, die man von fern für einen Felsen hält unter all diesen Felsen, die in der Abenddämmerung Zwingburgen ohne Ringmauern gleichen? 

Die Sage berichtet, Mirastel habe zu jener Zeit keinen Junker von der Fronde, sondern einen harmlosen sanften Edelmann beherbergt, der seine Tage über den Büchern und, da ihn offensichtlich die Schlaflosigkeit plagte, seine Nächte in der Betrachtung der Sterne verbrachte, deren Konstellationen er auf einem hohen Turm getreulich aufzuzeichnen pflegte. 

Daher stammt auch der Name Mirastel, was ‘Sternenspiegel’ bedeutet. 

Als der verstorbene Monsieur Arquedouve das Schlößchen kaufte, hatte der Nordwestturm tatsächlich noch nie ein Dach gehabt, sondern endigte in einer flachen Terrasse. Und man entdeckte auf dem Dachboden einen Haufen von zurechtgeschnittenen, gravierten, mit allegorischen Figuren verzierten Kupferplatten, die sich alsbald als alte astronomische Instrumente erwiesen. Auf Wunsch von Madame Arquedouvre wurde auf dem Nordwestturm ein modernes Observatorium errichtet. 

In der großzügigen und über zwei Stockwerke gehende Eingangshalle hängt ein Foucaultsches Pendel das die Rotation der Erde zeigt. Ein altes Ritual besagt das jede(r) der/die zum ersten mal das Gebäude betritt, sich für einen der beiden Treppenaufgänge, den linken oder den rechten, entscheiden muss. Beim Aufstieg begleiten einen die Gemälde großer Astronomen und Wissenschaftler die nach Petersburger Art and der Wand hängen.

Der Große Saal dient zum Empfang, feierlichen Anlässen oder zum Essen. Als Einrichtung gibt es den großen Esstisch, Stühle, Sessel, den Kamin, eine Standuhr, Geschirrschrank,  zwei Regale. Das Rondell ist mit einigen Beistelltischen versehen die aber zum Tanz beiseite geräumt werden. Der Parkettboden zeigt astronomische Symbole. Teppiche zieren Motive des Sternenhimmels und unseren Sonnensystems. An der Wand hängen (hinter Glas) einige bedeutende Sternenkarten von Astronomen und die gefundenen Kupferplatten vom Dach. In einer Glasvitrine sind einige Austellungsstücke der Astronomie zu sehen: Ein Pendel, eine Taschenfernrohr, Ein Jakosbstab.

Die über zwei Stockwerke gehende Bibliothek ist durch eine umfangreiche Sammlung gefüllt. Hier gibt es viele Werke zur Astronomie, Physik, Lexika und weitere wissenschaftliche Werke zu entdecken. Einer ordentlichen Kartei ist zu entnehmen das der Bestand etwa 10.000 Bücher beträgt. Eine Wendeltreppe verbindet beide Stockwerke.

Das ‚Laboratorium‚ von Maxime geht über zwei Etagen des Südostturms. Hier befinden sich Werkzeuge der Malerei, drei Aquarien mit Fischen, ein Bücherregal dessen Inhalt sich vorwiegend mit der Tiefsee beschäftigt und an der Wand verteilte Glaskästen: Eine Sammlung von Tieren deren Farbe und Form, ihrem Haftpunkt oder ihrer Umgebung so völlig angeglichen sind, das ihre Feinde sie nicht davon zu unterscheiden vermögen. Auch Tiere die mit Erfolg andere Tiere nachahmen, sei es um Gegner zu erschrecken, sei es um die Wachsamkeit ihrer Opfer zu täuschen. Kurz, eine Sammlung unter dem Titel: Mimikry.

Der  Salon mit seinem edlem Parkett, Klavier, Kamin, Sofa und Sesseln davor, ein niedriger Tisch, seinen Pflanzen, einem Regal mit Musikwerken lädt zum verweilen, Tanzen  und Pläne schmieden ein. Zwei Kandelaber erhellen den Raum.  In ihren Kristallen bricht sich das Licht und der Tanz des Abends spiegelt sich auf kleinste Weise in diesen wundervollen platonischen Objekten.

Das im Südwestturm gelegene ehemalige Arbeitszimmer von Monsieur Arquedouvre wird nun von Jean le Tellier genutzt. Ein großzügiger Schreibtisch, darauf einige Photographien von Verwandten und Verstorbenen, dahinter ein Stuhl, mehrere Regale mit Büchern und Akten, eine Sternenkarte und ein ungewöhnliches Fussbodenmuster vervollständigen das Bild.

Das Esszimmer im Erdgeschoss des Südostturmes ist mit einem runden Tisch, Kamin, Geschirrschrank, Besteckkommode, Serviettenschrank, einer Tafel für bis zu zwölf Personen und weiterem Wohlbefinden ausgestattet. Der Raum wird vorwiegend in den Morgenstunden und von den Bediensteten genutzt. Daher wird er auch ‚Frühstücksraum‘ genannt.

Im Raucher- und Spielzimmer befinden sich ein Spieltisch, mehrere Sessel und Stühle, ein Raucherschank mit u.a. der Marke Flor Fina, eine Kommode mit verschiedenen Gesellschafts- und Kartenspielen und ein Bücherregal das Werke zu Theorie der Spiele enthält . An der Westwand hängt ein auffälliges Gemälde von einem Octopus.

Die vier Gästezimmer im zweiten Obergeschoss sind nicht besonders luxuriös, aber angemessen mit einem Einfach- oder Doppelbett, einem Schrank für Kleidung, Stuhl, Garderobenständer, Schreibtisch und Waschtisch ausgestattet. Die beiden Zimmer zum Innenhof teilen sich eine Terrasse. In den beiden Zimmern zur Südseite hingegen ist das Ticken des Uhrwerks zu hören.

Im Keller des Hauses befindet sich ein Stromgenerator der in erster Linie das Observatorium mit der zum Betrieb notwendigen Elektrizität versorgt. Aber auch Teile des Hauses haben elektrisches Licht. Der Generator ist an eine kleine Dampfmaschine angeschlossen. In den meisten Räumen wurden Heizkörper installiert die an die mit Kohle befeuerte Zentralheizung angeschlossen sind.

Die Uhr an der Südseite zeigt neben Stunden, Minuten und Sekunden auch die relative Position der inneren vier Planeten Merkur, Venus, Erde, Mars zu ihrem Zentralgestirn an. An ihrer Unterseite befindet sich eine Sonnenuhr. Der dahinter befindliche Uhrenraum enthält das aufwendige Zahnwerk um den Mechanismus zu steuern. Einmal im Monat kommt ein Uhrmacher aus Lyon um das Werk zu warten.

Das Observatorium mit seiner Kuppel beherbergt das Herzstück des Gebäudes. Hier steht eines der präzisesten Instrumente seiner Zeit, das 400 mm Teleskop ‘Etoile’, Bauart Nasmyth. Ein raffinierter Mechanismus kann die Erdrotation ausgleichen, so das einzelne Objekte am Sternenhimmel ‚fixiert‘ werden können. Ebenso befinden sich hier weitere Geräte und Tafeln für astronomische Berechnungen. Bücher, Himmelskarten, Ersatzlinsen, Reinigungs- und Schmiermittel.

Auf dem Dach des Schlosses befinden sich mehrere Instrumente zur Wettermessung. Unter anderem ein Wetterhahn, ein Windmesser, eine Flagge und ein Blitzableiter. Zur Sicherheit gibt es mehrere Ausstiege und die Konstruktion wird regelmässig gewartet. Dazu reist einmal im Monat ein befreundeter Elektriker des Hauses aus Lyon an.


~ Südfassade ~

~ Westfassade ~

~ Nordfassade ~

~ Ostfassade ~

~ Untergeschoss ~

~ Erdgeschoss ~

~ Erstes Obergeschoss ~

~ Zweites Obergeschoss ~

An jedem abnehmenden Halbmond steht die östliche Hälfte des Schlosses für vier Minuten im Traumland.